Bundeskanzlerin betont transatlantische Beziehungen zu Kanada

Angela Merkel und Stephen HarperDie deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Nordamerika deutlich zu verstärken. "Ein gemeinsamer Auftritt von denjenigen, die in Europa agieren und den Vereinigten Staaten und Kanada, wird weltweit sehr viel mehr Eindruck machen, als wenn jeder für sich alleine kämpft", sagte Merkel.

Während einer eintätigen Konferenz Mitte März hob Merkel die Rolle Kanadas an mehreren Stellen explizit hervor. Mehr als 500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und der Presse waren zu der Veranstaltung der der CDU/CSU-Bundestagesfraktion zum Thema ?Globalisierung und die transatlantische wirtschaftliche Partnerschaft? gekommen.

Merkel erklärte, dass es bei der Wirtschaftspartnerschaft unter anderem um die Deregulierung und die Harmonisierung von Standards gehe, um einheitliche Regeln für die Finanzmärkte und gute Investitionsbedingungen für alle Partner. Merkel erwähnte, dass die Harmonisierung von Standards bei bestehenden Technologien ein schwieriges Thema seien und schlug daher vor, dort zu kooperieren, wo es bisher noch keine Regelungen gebe. Das sei etwa bei der Nanotechnologie der Fall.

Großen Wert legte sie auf den Umweltschutz und auf den Schutz des geistigen Eigentums. Ausdrücklich schloss Merkel Kanada in die transatlantische Partnerschaft mit ein. Für Deutschland, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft und den G8-Vorsitz innehat, ist die Vertiefung der transatlantischen Partnerschaft ein Schwerpunkt seiner Außenpolitik.

In seiner Eröffnungsrede hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder bereits bemerkt, dass die Zeit reif sei für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg. Die transatlantischen Beziehungen seien kein Selbstzweck, erklärte Kauder, sondern die Voraussetzung, ?dass wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts annehmen können?.

Kauder sagte, dass der Abbau von Handelshindernissen den Wirtschaftsaufschwung sowohl in Europa als auch in Nordamerika nachhaltig stärken würde. Auch Kauder schloss Kanada explizit in seine Überlegungen mit ein. ?Es sollte klar sein, dass wir nicht nur über die USA sprechen, wenn es um die transatlantische Zusammenarbeit geht. Sondern auch über Kanada?, sagte er wörtlich.

Neben dem US-Vize-Finanzminister Robert Kimmit war auch der kanadische Senator Hugh D. Segal aufs Podium geladen. Die EU seien zweitgrößter Exportmarkt für kanadische Produkte, sagte er in seiner Rede. Ebenfalls an zweiter Stelle stünde das europäische Bündnis in Bezug auf direkte Investitionen aus Kanada. Deutschland allein investiere fast zehn Milliarden Dollar direkt in Kanada, während Kanada wiederum sieben Milliarden Dollar in Deutschland investieren.

Waren im Wert von 25 Milliarden Dollar seien 2005 aus Kanada in die EU ausgeführt wurden. Umgekehrt hätte die EU Güter im Wert von 45 Milliarden Dollar nach Kanada eingeführt, erklärte Segal und fuhr mit den Worten fort: ?Diese Beziehung ist wertvoll für Europa und Kanada.? Segal empfahl den Deutschen und Kanadiern, Arbeitsgruppen zu bilden und auf dieser Ebene über die Grundzüge einer EU-Kanadischen-Freihandelszone zu beraten.



Quelle: Newsletter der Kanadischen Botschaft