Stephen Harper betont deutsch-kanadische Gemeinsamkeiten
Der kanadische Premierminister Stephen Harper hat während seines Besuchs in Berlin, wo er am kanadisch-europäischen Gipfeltreffen teilnahm, vor führenden deutschen und kanadischen Vertretern aus Politik und Wirtschaft gesprochen.Dies sei sein erster Besuch in Berlin, seit er Premierminister geworden sei, begann Harper seine Rede. "Hier in Berlin zu sein, nur wenige Schritte vom Brandenburger Tor entfernt, bedeutet, im Herzen Europas zu sein."
Deutschland symbolisiere Erneuerung und eine neue internationale Verantwortlichkeit, sagte Harper. Doch Kanada und Deutschland hätten noch mehr Gemeinsamkeiten, die seiner Meinung nach von der Bevölkerung kaum bewusst wahrgenommen würden: seit 52 Jahren arbeiteten Kanada und Deutschland militärisch zusammen, es bestünden enge Handelsbeziehungen und allein durch die drei Millionen Kanadier deutscher Abstammung enge persönliche Bindungen.
Deutsche und Kanadier, das betonte Harper, teilten gemeinsame Werte. Er betonte den Einsatz deutscher und kanadischer Soldaten in Afghanistan und die Fortschritte, die er vor noch nicht einmal zwei Wochen mit eigenen Augen dort gesehen hätte.
Harper betonte aber auch die wirtschaftlichen Verbindungen beider Länder und vor allem die gute Performanz der kanadischen Wirtschaft: Als einziges G7-Land kann Kanada seine Schulden abbauen und jedes Jahr einen Haushaltsüberschuss einfahren.
Harper kam auch auf Kanadas Rolle als fünftgrößter Energielieferant der Welt zu sprechen. In diesem Sinne teile man Deutschlands Bemühungen in Bezug auf Themen wie den Umweltschutz und Corporate Social Responsibility, die auf dem kommenden G8-Gipfel eine große Rolle spielen würden, sagte Harper.
Dennoch musste Harper eingestehen, dass Kanada seine Kyoto-Verpflichtungen nicht einlösen könne. Es sei in den letzten Jahren zu viel geredet und zu wenig getan worden, bekannt er. Ohne der kanadischen Wirtschaft enorm zu schaden, seien diese Versäumnisse zu diesem Zeitpunkt nicht wieder aufzuholen.
Doch Kanada hätte sich mit einem echten und realistischen Plan auf den G8-Gipfel vorbereitet, der auch große Umweltverschmutzer wie China, Indien und die Vereinigten Staaten von Amerika mit einbeziehe, die das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet hätten. Jedes Jahr bis 2010, so Harper, müssten die Länder mit hohen Emissionen 18 Prozent ihrer Treibhausgase einsparen und in jedem folgenden Jahr je zwei Prozent. Damit sei bis 2020 eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent machbar.
Langfristig sei es das Ziel Kanadas, bis zum Jahr 2050 die Emissionen um 60 bis 70 Prozent des gegenwärtigen Standes zurückzufahren, was sich mit den Zielen der Europäischen Union decken würde.
Da nicht jedes Land diese Einsparungen leisten könne, sähe der kanadische Plan den Emissionshandel vor, erklärte Harper. Es sei nun an der Zeit, dass alle Länder zusammen und geschlossen handelten, Europa und Amerika, Industrie- und Entwicklungsländer.
Bis zum Ende der Kyoto-Vereinbarungen 2012 gäbe es noch viel zu tun. Harper erklärte den technologischen Fortschritt und die Entwicklung von sauberen, "grünen" Energiequellen zu einem Schlüssel des Erfolges. Wie Deutschland stünde auch Kanada an der Spitze dieses Fortschritts.
Aufgrund der gemeinsamen Werte und der gemeinsamen zukünftigen Projekte, so schloss Harper seine Rede, schaue er mit Zuversicht in die Zukunft der deutsch-kanadischen Freundschaft. "Wir werden in den kommenden Jahren unsere Beziehungen noch stärken."
Quelle: Newsletter der Kanadischen Botschaft

