Kanadische Regierung gibt 275000 Robben zum Abschlachten frei

Das kanadische Fischereiministerium hat in der letzten Woche die diesjährigen Fangquoten für die Robbenjagd veröffentlicht. Entsprechend sind in dieser Saison 275.000 Sattelrobben zum Abschlachten freigegeben. Damit ist die Zahl nicht nur erheblich höher als im letzten Jahr in dem 224.000 Robben getötet wurden, sondern liegt auch weit über der Zahl, welche die Kanadische Fischereibehörde ansetzte, um den Robbenbestand zu erhalten.



 

Dabei ist die Situation bereits jetzt alarmierend: Durch den Rückgang des Packeises sind im letzten Jahr allein ca. 200.000 neugeborene Robben im St. Lorenz Strom ertrunken. Das neuerliche Abschlachten in dieser Dimension bedeutet damit für dieses Jahr eine weitere Dezimierung der Population.

Durch internationale Proteste sind in Belgien und Holland bereits im letzten Jahr Handelsverbote für Robbenprodukte, wie z.B. das weiche, weiße Fell der Robbenbabies eingeführt worden. Auch Kroatien, Italien, Deutschland und Österreich haben Gesetze für ein nationales Handelsverbot auf den Weg gebracht. Doch auch trotz jahrzehntelanger internationaler Proteste ließ sich die kanadische Regierung bisher nicht davon abhalten, jedes Jahr Hunderttausende junger Robben zum Abschlachten freizugeben. Die kommerzielle Robbenjagd in Kanada ist die größte Jagd auf Meeressäuger weltweit.