Kanada schlachtet wieder! 328 200 Robben zur Jagd freigegeben

Kanada - 328 200 Robben zur Jagd freigegebenKanadas Küsten sind wieder blutrot - das alljährliche, barbarische Abschlachten von Robben beginnt dieser Tage erneut.

Allen Protesten und Einfuhrverboten zum Trotz hat Kanada am Freitag Abend Ortszeit die diesjährigen Fangquoten für die momentan beginnende Robbenjagd veröffentlicht. Demnach dürfen laut der Kanadischen Fischereiministerin Gail Shea 338 200 Robben insgesamt getötet werden, 55 000 Tiere mehr als im Vorjahr. Im Einzelnen dürfen während dieser Jagdsaison 280 000 Sattelrobben, 8200 Mützenrobben und 50 000 Kegelrobben geschlachtet werden.

Viele Tierschützer und Organisationen sind schockiert und sprachlos aufgrund der ignoranten Haltung der Kanadischen Regierung in dieser Angelegenheit. Diese reagiert seit Jahren kaum auf internationale Proteste oder Handelsbeschränkungen und weicht aus: Die Fanquote sei mit Experten festgelegt worden "um sicherzustellen, dass der Robbenbestand erhalten bleibt" so Fischereiministerin Shea.

Der Internationale Tierschutzverband "Humane Society" warnt hingegen vor einer signifikanten Dezimierung des Robbenbestandes: Kanadas Regierung verfolge "eine Ausrottung" der Sattelrobbe, kritisiert Humane Society Verbands-Chefin Rebecca Aldworth.

Für "völlig unvertretbar" hält auch der Internationale Tierschutzfond (IFAW) die hohe Robbenfangquote. Der Weltmarkt sei gesättigt und es gäbe dementsprechend nicht genügend Abnehmer für Robbenprodukte. Darüber hinaus bemerkt der IFAW, dass die jetzt festgelegten Schlachtquoten sogar die Zahlen überstiegen, die regierungsnahe Wissenschaftler empfohlen hatten.

Offiziellen Schätzungen zufolge liegt der Robbenbestand an der Kanadischen Ostküste, an der sich die Robbenjagd hauptsächlich abspielt, bei ca. 6,4 Millionen Tieren.

Abgesehen davon, dass aufgrund fehlenden Packeises mittlerweile hundertausende Robbenbabies im Atlantik ertrinken, bevor sie das Festland erreichen, ist die jährliche Robbenjagd in Kanada das grösste Abschlachten von Wildtieren weltweit!
Umso schwerer nachvollziehbar ist die Haltung der Kanadischen Regierung, die in amerikanischer Tradition jegliche internationale Kritik ignoriert. So zeigt sich auch Gail Shea von den europäischen Plänen entäuscht, welche den Handel mit Robbenprodukten verbieten will.

Anfang des März hatte der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments aufgrund der "unmenschlichen" Methoden bei der Jagd für ein europaweites Einfuhr- und Handelsverbot gestimmt. Sie will sich auch weiterhin für eine Fortführung des Robbenschlachtens stark machen.